Die Abkürzung BICS steht für Binnenschifffahrt Informations- und Kommunikationssystem (Binnenvaart Informatie en Communicatie Systeem).
Dies ist ein 1996 bei der Direktion Zeeland von Rijkswaterstaat entwickeltes elektronisches System, das es erlaubt, via PC und Mobiltelefon sowohl vom Schiff als auch vom Land aus bequem und schnell Daten über die Ladungen und Fahrten von Schiffen an die verschiedenen Wasserstraßenverwaltungen (in den Niederlanden sind dies Rijkswaterstaat und einige Provinzen) und die Hafenbehörden zu übermitteln. Diese Stellen benötigen adäquate Informationen, um den Schiffsverkehr zügig und sicher abzuwickeln und um in Notfällen zum Schutz von Mensch und Umwelt sofort feststellen zu können, ob und welche gefährlichen Ladungen unter Umständen im Spiel sind.
Diese Informationen werden in den Niederlanden bislang noch meistens mündlich per UKW-Schiffsfunk oder Telefon bzw. per Fax an das Wasserwege-Managementsystem IVS90 und in Deutschland an das Melde- und Informationssystem Binnenschifffahrt (MIB) übermittelt. In Österreich is die Meldung aller Beförderungen gefährlicher Güter durch die Wasserstraßen-Verkehrsordnung und die ADN-Verordnung vorgeschrieben. Die Meldung hat durch den Schiffsführer oder einen andere befugte Person (zB Vertreter des Unternehmens) vor Antritt der Reise, wenn diese in Österreich beginnt, andernfalls spätestens bei der Einreise des Fahrzeuges zu erfolgen und kann:
angegeben werden.
Durch die Auswahl des Meldepunktes OESTERREICH DONAU wird die BICS-Meldung automatisch an die mailboxen der neun Strom- und Schleusenaufsichten verteilt, die diese Daten für die Koordination de Hilfsmassnahmen bei Unfällen mit Gefahrgut-Schiffen benötigen. Eine Weitergabe der Daten an andere Stellen erfolgt ausschließlich im Haveriefall und auch dann nur an die beteiligten Einsatzkräfte.
Meldungen von anderen als gefährlichen Gütern sind in Österreich derzeit nicht vorgeschrieben.
BICS hat in der kurzen zeit seines Bestehens internationale Anwendung gefunden. Deutschland, Frankreich und die Schweiz haben die Möglichkeit geschaffen, BICS Meldungen der Schiffe entgegen zu neunen und in das MIB System weiterzuleiten.
BICS macht diese Datenübermittlung schneller und zuverlässiger und gewährleistet dabei höchsten Datenschutz. Vertrauliche Privat- oder Geschäftsinformationen werden nicht mehr über öffentlich zugängliche Verbindungen ausgetauscht; die UKW-Schiffsfunkkanäle stehen schon bald wieder ganz und gar dem nautischen Funkverkehr und dem beruflichen und sozialen Funkverkehr zur Verfügung.
Nach einem umfassenden Praxistest haben Ende 2000 gut eintausend niederländische und ausländische Binnenschiffe das BICS-Programm angefordert und erhalten.
Für jeden fahrenden Benutzer werden bei der BICS-Installation die Standarddaten des Schiffs (Schiffsname, Abmessungen, Schiffstyp und offizielle Schiffsnummer) in dem Programm festgelegt.
BICS enthält außerdem alle Namen von Lade- und Löschhäfen, allerlei Ladungsarten und die genauen Bezeichnungen und Gefahrenindikationen jedes gefährlichen Stoffs, der über Wasser befördert werden darf. Dies schließt Missverständnisse auf Grund von Schreibfehlern, Funkstörungen oder Sprachproblemen aus und macht das System sehr anwenderfreundlich. Bei jeder Reise müssen demnach nur die Variablen eingegeben werden: Abfahrtshafen und Zielort, Art und Menge der Ladung, Tiefgang und Größe der Besatzung. Es reicht aus, per Maus die Listen mit den Standardangaben anzuklicken.
Eingeben der gefährlichen Ladung
Die neuste Version des BICS-Programms wird standardmäßig komplett viersprachig geliefert, also sowohl die Bildschirme als auch die Dateien.
Die Benutzer können zwischen Niederländisch, Deutsch, Französisch und Englisch wählen. Schließlich fahren auf den niederländischen Binnengewässern Schiffsführer aus vielen Nationen. Dasselbe gilt für die Wasserstraßen in den anderen europäischen Binnenschifffahrtsländern. Die Viersprachigkeit des Programms vereinfacht für diese Länder die Anwendung von BICS in ihrem Gebiet und verbessert natürlich auch die internationale Kommunikation zwischen den (Wasserstraßenmanagement) Systemen eines jeden Landes.
BICS hat in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits Anerkennung als internationaler Standard für den Austausch elektronischer Berichte zwischen Schiffen und Wasserstraßen- und Hafenverwaltungen gefunden. Deutschland, Frankreich und die Schweiz haben für den Rhein (wo das MIB-System verwendet wird) das BICS umfassend von den Niederlanden übernommen, gleiches gilt für Österreich in Bezug auf die Donau. Belgien entwickelt seit Ende 2000 ein eigenes System, das auf die international anerkannten Protokolle zurückgreift, die für das BICS ausgearbeitet wurden.
Ende 2000 hat die nationale französische Wasserstraßenverwaltung Voies Navigables de France (VNF) beschlossen, das BICS für die Anmeldung von Schiffen einzusetzen, und zwar vor allem im Hinblick auf die Fakturierung der Fahrtgebühren, da Frankreich auf Grund der Art seines Wasserstraßennetzes und seiner Schleusen kein Wasserwegemanagementsystem unterhält, das mit Daten gespeist werden muss.
Ziel ist es, dass das BICS-System in ganz Europa angewendet wird. So müssen dann die Daten zum Beispiel für eine Reise von Rotterdam nach Giurgiu in Rumänien oder von Hamburg nach Sête am Mittelmeer nur ein einziges Mal, nämlich bei der Abfahrt, übermittelt werden. Unterwegs reicht eine kurze Identifikationsmeldung (meistens per Funk) aus, sobald sich das Schiff einem Verkehrsposten, einer Schleuse oder Brücke oder einem Hafen nähert.
In Österreich ist die Meldung aller Beförderungen gefährlicher Güter durch die Wasserstraßen-Verkehrsordnung und die ADN-Verordnung vorgeschrieben. Die Meldung hat durch den Schiffsführer oder eine andere befugte Person (zB Vertreter des Unternehmens) vor Antritt der Reise, wenn diese in Österreich beginnt, andernfalls spätestens bei der Einreise des Fahrzeuges zu erfolgen und kann:
angegeben werden.
Durch die Auswahl des Meldepunktes OESTERREICH DONAU wird die BICS-Meldung automatisch an die mailboxen der neun Strom- und Schleusenaufsichten verteilt, die diese Daten für die Koordination der Hilfsmassnahmen bei Unfällen mit Gefahrgut-Schiffen benötigen. Eine Weitergabe der Daten an andere Stellen erfolgt ausschließlich im Havariefall und auch dann nur an die beteiligten Einsatzkräfte.
Meldungen von anderen als gefährlichen Gütern sind in Österreich derzeit nicht vorgeschrieben.
Die größte Veränderung in Bezug auf die früheren Versionen liegt darin, dass das BICS mit dem Berichtempfangsservice BOS (Berichten Ontvang Service) verbunden ist. Nach der Eingabe der Reisedaten und dem Anklicken der grünen Schaltfläche auf dem Bildschirm wird diese Funktion automatisch aktiviert, wenn von dem Schiff aus Kontakt mit der zentralen BICS-Mailbox aufgenommen wird. BOS sorgt dann dafür, dass der PC an Bord die gewünschten Schifffahrtsberichte und Wasserstände des Rheins, der Maas und der Donau empfängt und anschaulich auf verschiedenen Bildschirmen präsentiert. Das BOS-Programm kann Berichte mühelos ordnen, sortieren usw. Auch können bestimmte Berichte ausgewählt und ausgedruckt werden.
Die BOS-Funktion kann auch ganz gezielt für das Abrufen von Wasserständen und Schifffahrtsberichten verwendet werden, zum Beispiel wenn ein Schiff während des Ladens oder Löschens stillliegt oder wenn an einem freien Tag keine Reisedaten an eine Wasserwegeverwaltung übermittelt werden müssen. Dazu muss lediglich die grüne Schaltfläche angeklickt werden. Die Einwählzeit dauert nur wenige Sekunden.
Auf der BICS-Site finden Sie eine spezielle Seite über den BOS-Service mit weiteren Erläuterungen.
Das BICS kann auch auf einfache Weise mit anderen nautischen Software-Paketen kommunizieren, die externe Softwareentwickler auf den Markt bringen.
Mit dem BICS können auf Containerschiffen die von den Verladern angegebenen Ladungsdaten eingegeben werden, so dass der Bord-PC unter Zuhilfenahme der von den Marktparteien entwickelten Stauungsprogramme pro Fahrt einen optimalen Stauplan erstellen kann. Und weil auch das eigene BAS-Programm (Berechnung und Analyse der Anzahl an blauen Kegeln bzw. Lichtern, die als Gefahrgutkennzeichnung zu führen sind) von Rijkswaterstaat integriert wurde, ist gleichzeitig mit einem Tastendruck festzustellen, ob die angebotene gefährliche Ladung auf der Wasserstrasse befördert werden darf und wie viele blauen kegel (lichter) gesetzt werden müssen.
BICS eignet sich auch zum vollautomatischen Datenaustausch mit PC Navigo, einem Reiseplaner für die Binnenschifffahrt, den ein Anbieter entwickelt hat. Der Schiffsführer muss dadurch nicht mehr sowohl im BICS als auch in seinem Reiseplaner eingeben, welche und wie viel Ladung er befördert, was bei dieser Fahrt der Tiefgang ist und welche Route er zum Löschhafen auswählt. Der Reiseplaner bezieht diese Informationen aus dem BICS-Programm, vergleicht zum Beispiel den eingegebenen aktuellen Tiefgang mit der zugehörigen Maximalhöhe des leeren Schiffs aus seinem eigenen Speicher und gibt dann automatisch an, ob diese Reise über die geplante Route durchgeführt werden kann und wenn nicht, welche anderen Möglichkeiten in Betracht kommen. Ein berichtigtes ETA-Ergebnis wird ebenfalls zum BICS „zurückgeschickt". Ferner tauscht das Programm Tempomat Daten mit BICS aus, um einen wirtschaftlichen Kraftstoffverbrauch zu gewährleisten und/oder die Schiffsmotoren automatisch anzusteuern.
Mit der Tankschifffahrt finden Gespräche über die Verwirklichung einer ähnlichen Interaktion mit spezifischen Programmen für diese Branche statt. Damit wird je nach Art der Flüssiggüter und des auf dem Weg zum Bestimmungsort zugelassenen Tiefgangs der Beladungsgrad jedes Ladungstanks berechnet. Indem hierbei auch die für das BICS benötigten Daten einbezogen werden, müssen diese Informationen nicht mehr zwei Mal gesondert eingegeben werden.
Die neuste BICS-Version enthält außerdem noch einige neue Funktionen wie die Sendewiederholung zur wiederholten Versendung eines Berichts und eine Schaltfläche zur Übermittlung einer gewissen Anzahl von Zwischenpunkten (VIA-Punkte). Auch die Eingabe einer Rechnungsanschrift ist jetzt möglich. Diese letzten beiden Funktionen sind zur Zeit nur für Schiffe von Bedeutung, die BICS in Frankreich verwenden.
Mit dem BICS-Programm kann der Benutzer auch selbst ein einfaches Reise- und Ladungsjournal anlegen, ein Betriebsarchiv aufbauen und ein Beförderungsdokument bequem und umfassend ausdrucken.
Jeder Benutzer hat damit eine E-Mail-Adresse, die nützlich sein kann beim Informieren der BICS-Benutzer über Änderungen, Ergänzungen und dergleichen. Dieses Programm kann außerdem zur Versendung von Nachrichten an andere BICS-Benutzer und an Internet-Adressen von Freunden, Bekannten, Familienangehörigen usw. benutzt werden.
Eine Querverbindung vom BICS zum niederländischen statistischen Zentralamt CBS sorgt für die automatische Übermittlung von Angaben für Wirtschaftsstatistiken, so dass der Schiffsführer von dieser monatlichen Verpflichtung befreit ist. Aber er kommt keine Weitergabe von MIB-Daten!
BICS kann daneben auch von den Parteien an Land (Reedereien, Verladern und Befrachtern) genutzt werden, und zwar einerseits, um im Auftrag eines Schiffs Daten an die Wasserstraßenverwaltung zu übermitteln, und andererseits, um die Position eines Schiffs (sofern die diesbezügliche Zustimmung des Eigners vorliegt) im Wasserwege-Managementsystem IVS90 zu erfragen. Dies ist vor allem bei Just-in-time-Transporten sehr hilfreich für die logistische Planung und kann die Umlaufgeschwindigkeit des Schiffs verbessern.
Rijkswaterstaat liefert sämtliche BICS-Software (einschl. E-Mail-Paket und BOS) gratis.
Die Übermittlung von Reisedaten zur 0800-Nummer der zentralen BICS-Mailbox in Rotterdam von den Niederlanden aus per Mobiltelefon ist ebenfalls gratis. Für niederländische Schiffe, die im Ausland fahren, gilt dies auch für die (automatische) Versendung der Kopie-Berichte zum CBS und für die Abfrage der Schifffahrtsberichte bzw. Wasserstände (BOS-Berichte).
Für den Meldungen in Deutschland an das MIB müssen die Telefoneinheiten bezahlt werden. Gleiches gilt für Anrufe bei der BICS-Hotline, die helfen kann, wenn das Programm unerwartet Störungen oder Fehler aufweist oder wenn der Benutzer Fragen über die Installation oder Funktionsweise hat. Übrigens wird allen Fehlermeldungen bei der BICS-Hotline gewissenhaft nachgegangen, um so schnell wie möglich für Abhilfe zu sorgen.
Auf dieser Website finden Sie daher auch verschiedene häufig gestellte Fragen (FAQs) sowie Tipps und Tricks. Diese Informationen werden unter anderem auf der Grundlage der Kontakte zwischen der Hotline und den Benutzern erteilt.
Das BICS-Programm steht auf einer CD-ROM, die Rijkswaterstaat gratis anbietet. Mit einigen Grundkenntnissen über PCs und über das Betriebssystem Windows kann man das Programm leicht selbst installieren.
Benötigt wird ein PC (möglichst mit einem Pentium-Prozessor) mit mindestens 32 Mb Arbeitsspeicher und 50 Mb freiem Speicher auf der Festplatte.
Erforderlich ist ferner das Betriebssystem Windows 95, 98, 2000, Millennium Edition NT, XP, Vista (32 bits) oder Windows 7 (32 bits) und ein Modem mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 9600 bps und ein damit verbundenes Mobiltelefon mit Datenmöglichkeit.
BICS-Benutzer an Land können selbstverständlich mit einer gewöhnlichen Telefonleitung oder mit ISDN und einem schnelleren Modem arbeiten. Die Software ist bei Unternehmen auch in Netzwerken einsetzbar. Ein angeschlossener Drucker ist praktisch, damit die eingegebenen Daten ausgedruckt werden können (zum Beispiel Transportdokumente).
BICS-Benutzer bekommen immer die CD-ROM mit der neusten Version des Programms automatisch zugeschickt.
Neue Interessenten für BICS (und ggf. BOS) können sich anmelden, indem sie eine E-Mail schicken an: info@bics.nl oder bei der BICS-Hotline unter der Nummer +31-(0)10-2886390 anrufen.
Eine Anmeldung ist auch möglich, indem auf dieser BICS-Website das BICS-Anmeldeformular angeklickt und ausgefüllt abgeschickt wird.