You are here

Wie funktioniert BICS?

Printer-friendly versionPDF version

Auf dieser Seite sollen anschließend an „Was ist BICS“ das Funktionsprinzip und die Vorteile der elektronischen Meldung mit der BICS-Software angegeben werden.

 

Wie funktioniert die BICS-Software?

Die BICS-Software verschickt elektronische Nachrichten über Schiff, Besatzung, Reise und Ladung über geschützte (mobile) Internet-Verbindungen an die Wasserstraßen- und Hafenbehörden. Mit der BICS-Software ist dies in ganz Europa in derselben Weise und in der Landessprache des Schiffers möglich. Die BICS-Software verwendet standardisierte elektronische Berichte (EDI) und eignet sich zur Erfüllung der elektronischen Meldepflicht.

Das niederländische Wasserwirtschaftsamt (Rijkswaterstaat) hat in Zusammenarbeit mit den Nutzern die Software entwickelt, die dies ermöglicht. Die BICS-Software kann sowohl auf Schiffen als auch an Land eingesetzt werden.

Die Empfänger von BICS-Informationen sind insbesondere Wasserstraßen- und Hafenbehörden. Die Informationen, die sie über das BICS-System empfangen, sind unverzichtbar für die zügige und sichere Abwicklung des Schiffsverkehrs sowie für den Schutz von Menschen und Umwelt. Außerdem ist bei Schadensereignissen schnell klar, ob gefährliche Ladungen betroffen sind, und wenn ja, um welche gefährlichen Ladungen es geht.

Der Datenaustausch über die BICS-Software ist schnell, zuverlässig und streng vertraulich. So brauchen sensible bzw. geschäftliche Informationen nicht mehr über offene Verbindungen ausgetauscht zu werden. Die UKW-Bordfunk-Kanäle werden entlastet, und der „Nachbar“ kann nicht mehr mithören.

Nach der Installation der BICS-Software können die festen Daten des Schiffs und häufig verwendete Leichter im Programm abgespeichert werden. So lassen sich Angaben wie Schiffsname, Abmessungen, Schiffstyp und offizielle Schiffsnummer ganz einfach abrufen, sodass sie automatisch für jede neue Meldung verfügbar sind.

BICS-Version 5 - Das Hauptfenster
Beispiel für das Hauptfenster der BICS-Version 5

Die BICS-Software enthält bereits zahlreiche Informationen (Referenzdaten), die der Schiffer ggf. zur elektronischen Meldung benötigt. U.a. die Namen sämtlicher Be- und Entladeorte, Ladungsarten und die exakten Bezeichnungen aller Gefahrgüter, die über die Wasserstraßen transportiert werden dürfen. Schreibfehler, eine schlechte Verständlichkeit oder Sprachprobleme spielen dann keine Rolle mehr. Für jede einzelne Reise werden nur die veränderlichen Angaben eingegeben: Starthafen, Zielhafen, Ladungsart und Ladungsmenge, Tiefgang und Zahl der an Bord befindlichen Personen. Diese können meistens aus Auswahllisten ausgewählt werden. Angaben, die Sie häufig benutzen, wie bestimmte Reise- und Ladungskombinationen, können Sie als „Favoriten“ markieren. Dadurch werden die Eingabehandlungen einfacher, sodass der Schiffer eine Reise mit nur wenigen Mausklicks eingeben und melden kann.

Auswahllisten in der BICS-Software
Ein Beispiel für eine Auswahlliste in der BICS-Software (hier die Auswahl eines ADN-Gefahrguts).

 

Praktische Zusatzfunktionen in der BICS-Software

Containertransport

Die BICS-Software kann mit Stauplanungsprogrammen zusammenarbeiten. Dadurch können Containerschiffe einfacher Ladungsinformationen mit anderen Beteiligten, wie Operatoren, Terminals usw., austauschen. Die von den Verladern bereitgestellten Ladungsdaten werden im Bordcomputer mithilfe einer Stausoftware zu einem optimalen Stauplan verarbeitet. Die Stauplanungssoftware stammt immer von externen Marktpartnern. Eine erneute Eingabe der Informationen für die elektronische Meldung erübrigt sich. Die BICS-Software und die Stauplanungssoftware arbeiten mit denselben Daten. Mit einem einzigen Klick werden (Container-)Ladungsinformationen über die BICS-Software an die Behörden gemeldet.

Berechnung/Analyse der Signalführung

Mit einem einzigen Klick lässt sich feststellen, ob die angelieferte Gefahrgut-Ladung über Wasserstraßen transportiert werden darf und welche Signalführung dafür vorgeschrieben ist. In das BICS-System ist eine intelligente Software integriert, die ausgehend von der eingegebenen Ladung die Signalführung ermittelt.

Reisen- und Ladungsjournal

Mit dem BICS-Programm kann der Benutzer auf einfache Weise ein Reisen- und Ladungsjournal führen, ein Betriebsarchiv aufbauen und ganz leicht ein vollständiges Transport- oder CMNI-Dokument ausdrucken oder über E-Mail verschicken.

Befreiung von der monatlichen Einreichung der CBS-Statistik-Daten auf Papier

Schiffer, die das elektronische Meldeverfahren nutzen, sind befreit von der monatlichen Verpflichtung, in den Niederlanden schriftlich beim niederländischen Zentralamt für die Statistik („Centraal Bureau voor de Statistiek“, CBS) anzugeben, was sie transportiert haben. Von jeder BICS-Meldung geht automatisch eine Kopie an das CBS (Statistik).

 

International brauchbar und grenzüberschreitend

Das BICS-Programm wird in der Standard-Ausführung mehrsprachig geliefert. Der Benutzer sieht die Fenster und Menüs in der von ihm jeweils ausgewählten Sprache. Auch die in der BICS-Software enthaltenen Listen (wie z.B. Ladungsarten, ADN) sind in der jeweils ausgewählten Sprache verfügbar.

Reise eingeben auf Niederländisch Reise eingeben auf Englisch Reise eingeben auf Deutsch Reise eingeben auf Französisch
Beispiele für das BICS-Reise-Eingabefenster in den verschiedenen Sprachen.

Zurzeit haben die Benutzer die Wahl aus den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Niederländisch (s. Abbildungen). Für jeden einzelnen BICS-Benutzer kann an Bord oder an Land eine bevorzugte Sprache eingestellt werden. Schließlich sind auf den europäischen Binnengewässern Schiffer vieler verschiedener Nationalitäten unterwegs. Die Mehrsprachigkeit der Software erleichtert die grenzüberschreitende elektronische Meldung. Die verschiedenen Wasserstraßenbehörden sowie die Behörden des jeweiligen Landes, die Wasserstraßen-Informationsservices („River Information Services“, RIS) anbieten, erfassen die von Schiffen abgegebenen elektronischen Meldungen. Mithilfe der BICS-Software kann überall in derselben Weise gemeldet werden (s. a. „Wo kann ich elektronisch melden?“). Dies ist möglich, weil die BICS-Software internationale Standard-Meldungen, die sogenannten ERI-Transportmeldungen, benutzt.

In der kurzen Zeit, seitdem es die BICS-Software gibt, hat diese sich zum anerkannten internationalen Standard für den Austausch von elektronischen Nachrichten zwischen den Schiffern und den Wasserstraßen- und Hafenbehörden entwickelt. Deutschland, Frankreich und die Schweiz haben für das Rhein-Fahrtgebiet die BICS-Software integral übernommen. Aber auch andere Länder, wie Österreich, die Slowakei und Ungarn, haben dasselbe für die Donau getan. Die französische nationale Wasserstraßenbehörde „Voies Navigables de France“ (VNF) benutzt die ERI-Meldungen vor allem zur Abrechnung der Wasserstraßen-Gebühren (Maut). Durch die Beschaffenheit des französischen Wasserstraßennetzes und des Schleusensystems gibt es kein landesweites Wasserstraßen-Managementsystem, das ständig mit Daten versorgt werden muss. Es gehört u. a. zur Aufgabe der VNF-Behörde, die Wasserstraßen-Gebühren einzuziehen. Die in die VNF-Verwaltungssysteme eingegebenen ERI-Berichte dienen als Abrechnungsgrundlage.

Die ERI-Standards werden in ganz Europa unterstützt. Für eine Reise von Rotterdam nach Giurgiu in Rumänien, oder von Hamburg nach Sête am Mittelmeer, brauchen die Daten nur einmalig bei der Abfahrt eingegeben zu werden. Unterwegs braucht das Schiff dann nur noch eventuelle kleinere Änderungen weitergeben sowie sich bei der Annäherung an eine Verkehrszentrale, Schleuse, Brücke oder einen Hafen kurz über den UKW-Bordfunk zu identifizieren.